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Gedanken - Vertrauen & Liebe

 

Es dauert Monate, mitunter sogar Jahre, um das Vertrauen eines Menschen zu erlangen!!!

Aber nur 30 Sekunden können genügen, um ALLES zu zerstören!!!

 

Man sagt, dass es nur 1 Minute dauert, um eine andere Person zu bemerken! 1 Stunde um sie einzuschätzen, 1 Tag um sie gern oder lieb zu haben, aber es ein ganzes Leben dauert um sie wieder zu vergessen.

 

(Diesen Spruch eines unbekannten Autors habe ich einer Mail entnommen.)

 

Das fünfte Rad am Wagen

 

Wie jeder weiß ist das fünfte Rad am Wagen das Ersatzrad.

Es liegt unauffällig im Kofferraum, immer bereit mit vollem Einsatz zu helfen, wird aber in den meisten Fällen kaum beachtet.

 

Im Notfall ist es dann plötzlich beinahe das Wichtigste auf der Welt, weil es einem dabei hilft trotz größter Probleme weiter zu kommen. Endlich kann es zeigen was es kann. Es darf sogar eine Weile mitlaufen und sich als Teil des Ganzen fühlen.

 

Alle sind begeistert und versprechen, sich in Zukunft besser darum zu kümmern.

Ist das Problem aber erst einmal gelöst, sind alle guten Vorsätze schnell dahin. So ein Rad nimmt ein wenig Platz ein und wird deshalb schnell lästig.

 

Also wird es zurück in die hinterste Ecke im Kofferraum gepackt, und es wird sich nur noch um das absolut nötigste gekümmert, damit es im Notfall weiterhin verfügbar ist.

 

Wenn sich das Ganze dann einige male wiederholt hat treten schnell Beschädigungen auf, die sich nicht mehr so einfach reparieren lassen. Es wird sehr empfindlich und es bleiben innere Narben zurück.

 

Irgendwann ist es dann ganz vergessen und wird vollständig vernachlässigt.

Ein Rad, welches nicht mehr gebraucht wird, ist nach einiger Zeit alt und unbrauchbar.

Wenn dann  die Luft erst einmal raus ist, kann es seine Aufgabe nicht mehr erfüllen, und wird dann achtlos auf den Müll geworfen.

 

Dabei will so ein Rad, welches ein echter Freund in der Not sein kann, doch nicht mehr als ein bisschen Aufmerksamkeit, Vertrauen in seine Zuverlässigkeit und ein wenig Zuwendung.

So kannst du dich immer darauf verlassen, wenn du es brauchst.

 

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Der Ozean des Lebens

 

Nehmen wir mal an auf der Brücke eines Schiffes gibt es einen Kapitän und einen Steuermann. Im Normalfall sollte der Verstand der Steuermann und das Herz der Kapitän sein. Das kann aber auch mal anders herum sein, je nach Situation und Charakter. Solange diese Beiden im Gleichgewicht sind ist alles gut.

 

Im Ozean des Lebens fahren unendlich viele dieser Schiffe, die sowohl männlich wie auch weiblich sind, kreuz und quer umher. Jedes will sein Ziel erreichen. Man muss aber ständig aufpassen, dass man nicht mit anderen Schiffen kollidiert.

 

Gelegentlich fährt man ein Stück gemeinsam mit anderen Schiffen in die gleiche Richtung. Dabei kommt man sich mal näher, driftet wieder auseinander, trifft sich irgendwann wieder. Alles ganz normal.

 

Nun kommt es aber auch vor, dass sich einige dieser „Kapitäne“ so gut verstehen, dass sie einander vertrauen und deshalb näher als Andere nebeneinander herfahren können. Sie sind füreinander da, helfen sich gegenseitig, passen aufeinander auf, stellen wenn erforderlich das Wohl des Anderen über das Eigene.

 

Manchmal wird die Euphorie dabei so groß, dass das Herz ganz alleine steuert und den Verstand schlafen schickt. Gefühle kommen ins Spiel! Diese lassen sich zumeist auch nicht beeinflussen. Sie sind einfach da, auch wenn man selber nicht weiß warum.

 

Man wird unvorsichtig, verlässt sich blind auf den Anderen. Warnungen werden mit offenen Augen ignoriert. Das Vertrauen und die Zuneigung sind einfach grenzenlos! Man bezeichnet diesen Zustand normalerweise als tiefe Freundschaft oder auch als Liebe, die bekanntlich in unterschiedlichen Formen möglich ist!

 

Je größer dieses Vertrauen, desto geringer ist der Sicherheitsabstand, desto höher ist aber auch die Verantwortung des Einzelnen! Ein falsches Wort oder ein Missverständnis können sehr schnell zu hohem Seegang führen. Eine gute Freundschaft hält das in der Regel aus, sodass sich die Wogen zumeist schnell wieder glätten. Es gibt höchstens mal ein paar kleine Beulen, die allerdings nicht unterschätzt werden dürfen.

 

Das Vertrauen und die Ehrlichkeit sollten aber niemals ernsthaft verletzt werden! Ohne diese können Freundschaft oder Liebe nicht funktionieren. Nicht eingehaltene Versprechen belasten ungemein! Ein Verrat ist der größte anzunehmende Unfall!

 

Wird das Herz in irgendeiner Form verletzt tut es zunächst unglaublich weh! Es kann seine Aufgabe nicht mehr richtig wahrnehmen. Enttäuschung, Wut, Trauer oder alles auf einmal sind die Folge. Der Verstand soll nun das Ruder alleine übernehmen. Die Entscheidungen werden zunächst „sachlicher, vernünftiger, logischer“. Dadurch kann das Herz des Gegenübers aber ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden, was auch dort zu vermeintlich vernünftigen Entscheidungen führt!

 

Man tut Dinge die man überhaupt nicht möchte. Das Herz sagt man muss für den Anderen, der vielleicht gerade in Schwierigkeiten steckt, wie immer da sein. Da aber der Verstand das Ruder übernommen hat macht man womöglich genau das Gegenteil, weil man zum Selbstschutz seine eigenen Interessen vertreten muss. Man versteht es selber nicht aber macht es trotzdem. Eine paradoxe, fast unlösbare Aufgabe für den Verstand. Ein Widerspruch der auch dort zu Problemen führen kann. Er soll die Enttäuschung für das Herz verarbeiten, soll die Gefühle ausblenden! Eigentlich ist das nicht möglich. Es bleibt daher nicht viel Raum für andere Gedanken. Man dreht sich im Kreis und weiß nicht wie man das Problem lösen soll. Es kommt alles immer wieder hoch!

 

Die Situation wird eskalieren. Durch die aufgewühlte See(le) können die Schiffe zusammenstoßen. Es gerät alles aus dem Ruder. Es besteht die Gefahr, dass einer oder sogar beide untergehen!!! Es scheint alles hoffnungslos zu sein!

 

Wenn sich der erste Sturm gelegt hat wird das Herz versuchen sich zu erholen, während der Verstand das Schiff auf Kurs hält. Es wird sehr lange dauern bis das Herz die Führung wieder übernehmen kann. Auf dem Weg dorthin leidet es ständig und es tut auch weiterhin sehr weh! Dennoch versucht es den Verstand nach und nach wieder abzulösen.

 

Vermeidet das Gegenüber aber jede Kommunikation oder Zusammenarbeit so besteht die Gefahr, dass das geschädigte Herz daran zerbricht und sich nie wieder richtig erholt. Weglaufen oder den Kopf in den Sand stecken ist keine Lösung! Es bleibt womöglich der schlimme Verdacht vielleicht doch nur ausgenutzt worden zu sein. Ein Stich ins Herz der jedes Gefühl abtöten könnte. Das will man aber nicht wahrhaben und verdrängt es, sucht die Schuld bei sich selber. Der Verstand wird irgendwann alles irgendwie regeln. Er trifft dann im wahrsten Sinne des Wortes herzlose Entscheidungen!

 

Glücklich ist derjenige, der in solchen Zeiten von echten Freunden getragen wird! Diese können wie ein Rettungsring den Untergang vorerst verhindern. Man sollte dann einen sicheren Hafen ansteuern und wenn nötig Hilfe in Anspruch nehmen. Die Seele sozusagen in die Werft bringen. Auf diese Weise notfalls eine andere Richtung einschlagen und alles vergessen, was sich aber leichter sagt als es ist! Manchmal aber der einzige Weg mit einer persönlichen Enttäuschung fertig zu werden.

 

Man sollte sich aber fairer Weise die Mühe machen und versuchen den Anderen zu verstehen. Auch er (sie) wird Gründe für sein (ihr) Handeln haben, die man evtl. selber, vielleicht unbewusst, mit verursacht hat. Niemand ist fehlerfrei. Hat man die Größe sich Fehler einzugestehen? Die Fehler nur bei sich selber zu suchen ist aber sicher auch falsch. Zu einem Konflikt gehören in der Regel mindestens zwei!

 

Wenn aber keine schmerzliche Lücke zurück bleiben soll müssen beide Seiten wieder zueinander finden, Probleme ausräumen und sich idealer Weise aussprechen. Mit etwas Abstand sollte eigentlich fast alles zu klären sein. Dann können die Schiffe wieder gefahrlos Seite an Seite auf die Reise gehen, auch wenn etwas Sicherheitsabstand zurück bleibt. Selbst wenn man dann in unterschiedliche Richtungen weiter fährt ist das allemal besser als den Schmerz und die Enttäuschung nicht verarbeiten zu können!

 

Gelingt das nicht wird die Zeit die Wunden heilen müssen, aber es werden Narben auf der Seele zurück bleiben!

 

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Trauma

 

In dem Wort Trauma verbirgt sich das verheißungsvolle Wort Traum. Der Traum von einem schönen Leben, der Traum von einer sicheren Zukunft, oder einfach der Traum von einer schönen Welt. Es ist aber der kleine Buchstabe „a“, der den Traum zum Alptraum werden lässt. Zum unauslöschlichen Trauma! Dieses kleine aber gemeine „a“ ist mit einer Art Ölfarbe auf die Seele gemalt. Ein Meer von Tränen vermag nicht es weg zu waschen. Kein Schein vom schönen Sein kann es übermalen. Nach kurzer Zeit kommt es wieder heraus. Wie sehr man sich auch bemüht, es ist unmöglich dieses „a“ alleine abzutragen.

 

Was kann man also tun? Sich verstecken, den Makel des Traumas verbergen? Ein möglicher Weg wäre sich Hilfe zu holen. Laut genug rufen, damit viele Freunde mithelfen dieses „a“ zu bearbeiten. Es wird so niemals ganz verschwinden. Aber vielleicht gelingt es, diesen Buchstaben wenigstens verblassen zu lassen. Der Seele Freiraum für schöne Dinge zu verschaffen.

 

Vergleichbar mit den vielen Umweltaktivisten, die nach einer Tankerkatastrophe in unermüdlicher Arbeit die Strände reinigen, obwohl sie genau wissen, dass die nächste Flut ihre Arbeit wieder zu Nichte macht. Dennoch lassen sie nicht nach, bis die Natur in der Lage ist, mit den restlichen Folgen der Katastrophe alleine fertig zu werden. Dadurch wird das Tankerunglück nicht ungeschehen gemacht, die Folgen aber abgemildert.

 

Jeder mit ein wenig Fantasie wird sich diesen Vergleich bildlich vorstellen können. Wenn man diesen Gedanken dann weiter verfolgt wird einem auffallen, dass es viele dieser „a“ in unserer Gemeinschaft gibt! Damit stellt sich unweigerlich die Frage, wollen wir permanent „a“ wegschrubben oder doch besser die Augen dafür öffnen, dass möglichst viele „a“ erst gar nicht entstehen?

 

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