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Borderline (BPS) und Selbstverletzendes Verhalten (SVV)

 

Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) = Emotional instabile Persönlichkeitsstörung

 

BPS ist eine anhaltende, ausgeprägte, mit viel Leid verbundene Persönlichkeitsstörung Diese zeigt sich häufig durch gleichbleibende, meist unangemessene Verhaltensmuster im sozialen Umfeld. Die genauen Ursachen sind noch unklar. Neben einer gewissen Veranlagung können sexueller Missbrauch, emotionale und körperliche Misshandlung in der Kindheit, posttraumatische Belastungsstörungen (PBS), lebensbedrohliche Erkrankungen  und andere Grenzerfahrungen eine Rolle spielen. Ganz grob beschrieben lebt ein Borderliner oder eine Borderlinerin in einer Schwarz-Weiß Welt, in der es nur „ganz gut oder ganz schlecht“ gibt.  Die Bezeichnung Borderline, die im Englischen eine Grenzlinie bezeichnet, ergab sich vermutlich aus der ursprünglichen Annahme das diese Erkrankung zwischen einer  Neurose (psychische oder psychosoziale Erkrankung ohne organische Ursache) und einer Psychose (schwere psychische Erkrankung, die mit zeitweisem Verlust des Realitätsbezugs einhergehen kann) angesiedelt wurde.  Heute wird sie als Persönlichkeitsstörung eingestuft. (ausgeprägte Instabilität des Selbstbildes)

 

Für die Diagnose Borderline müssen verschiedene Symptome zusammen kommen und mit einer erheblichen Beeinträchtigung des privaten und sozialen Umfeldes einhergehen. Oft wird diese Erkrankung von Depressionen und anderen Auffälligkeiten begleitet, die auch auf andere Ursachen schließen lassen können. Eine genaue Diagnose ist wegen der Überschneidungen mit anderen Erkrankungen vermutlich nicht so einfach und kann daher nur von Fachärzten und Kliniken sicher gestellt werden. 

 

Auffällige Symptome sind starke Stimmungsschwankungen, heftige Gefühlsausbrüche, große Probleme mit sozialen und partnerschaftlichen Beziehungen, ein gestörtes Nähe Distanzverhältnis, Bindungsangst mit gleichzeitigen heftigen Verlustängsten. Betroffene können ihre Gefühle nicht kontrollieren, leiden zeitweise unter Leere und Traurigkeit, können ein  negatives Selbstbild haben und neigen  zu Selbstgefährdung.

 

Am Bekanntesten sind vermutlich die nach außen hin auffallenden Selbstverletzungen. Ritzen, schneiden, verbrennen auf Armen, Beinen Händen oder Füßen.  Es hilft manchen sich wieder selbst zu spüren. Den inneren Schmerz mit Hilfe des äußeren zu überlagern. Es soll Erleichterung bringen. Andere möchten möglicherweise den ungeliebten Körper bewusst schädigen. Sich selbst oder andere durch Selbstverstümmelung bestrafen. In einem frühen Stadium vielleicht noch um einen Notruf  durch Aufmerksamkeit zu senden? Das sollte man aber bereits ernst nehmen und nach den Ursachen forschen. Selbst ein nicht ernst gemeinter Versuch kann versehentlich tödlich enden. Eine allgemein gültige Erklärung kann man nicht geben. Der Trigger / Auslöser wird individuell bei jedem anders und für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar sein. Ist vielleicht am ehesten mit einer Art Zwang zu vergleichen? Neben dem Ritzen gehören aber auch Kopf gegen die Wand schlagen, Haare oder Nägel ausreißen, Haut aufkratzen, verbrennen, verbrühen, vergiften, bis hin zum lebensgefährlichem schlucken von Scherben oder Rasierklingen in diese Kategorie. Weiterhin kann es zu exzessiver, selbstzerstörerischer Lebensweise bei hoher Risikobereitschaft kommen. Gefährdendes Verhalten im Straßenverkehr, riskante Hobbys, gefährliche und / oder ungeschützte Sexualpraktiken bei häufig wechselnden Partnern, ausufernde Suchterkrankungen.

 

Therapien durch Kliniken, Fachärzte und Psychologen sind unabdingbar. Im persönlichen Umfeld ist sehr viel Verständnis gefragt. Das ist wirklich schwer und oft mit persönlichen Enttäuschungen verbunden. Nicht jeder hält das aus. In solchen Fällen ist es besser auf Abstand zu gehen. Man muss lernen vieles auszuhalten und zu akzeptieren. Unangemessenes Verhalten stellt persönliche Bindungen täglich neu auf die Probe. Verhaltensweisen oder Reaktionen, die nicht Betroffene kaum verstehen können, muss man als „normal“ für die Person anerkennen und lernen damit umzugehen. Dazu gehört auch nicht so schnell gekränkt zu reagieren. Man sollte da nicht zu empfindlich sein. An plötzliche Stimmungsschwankungen muss man sich erst einmal gewöhnen. Das kann sehr schwer sein. Den betroffenen Borderliner oder Borderlinerin in Watte zu packen wäre aber ebenso falsch. Ein fatales Signal das man jegliches Verhalten einfach auf die „Diagnose“ abschieben kann. Klare Grenzen zu setzen ist wichtig. Auch eine Selbstverletzung darf nicht dazu führen irgendwelche unangemessenen Zugeständnisse zu machen oder das mit einer erhöhten Aufmerksamkeit zu honorieren. Das könnte sämtliches Verantwortungsbewusstsein des oder der Borderlinerin und damit die Möglichkeit des Zusammenlebens mit anderen Menschen nachhaltig erschweren. In einer geschlossenen Einrichtung enden.

 

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Selbstverletzendes Verhalten (SVV) = Autoaggressives Verhalten

 

Nicht jeder, der selbstverletzende Verhaltensmuster an sich erkennt, ist automatisch ein Borderliner. Das kann nur ein Facharzt sicher abgrenzen. Die Übergänge sind da vermutlich fließend. Bei einer Vielzahl von Symptomen können unterschiedliche Grunderkrankungen in Frage kommen, die zunächst abgeklärt werden sollten. Beispielhaft seien hier Borderline (BPS), Posttraumatische Belastungsstörung (PBS), Dissoziative Identitätsstörung (DIS - früher „multiple Persönlichkeitsstörung“), Schizophrenie (vereinfacht ausgedrückt Realitätsverlust / Wahnvorstellungen), Phobien (Angsterkrankungen), Zwänge, Depressionen, usw.

 

Am Bekanntesten sind vermutlich die nach außen hin auffallenden Selbstverletzungen. Ritzen, schneiden, verbrennen auf Armen, Beinen Händen oder Füßen.  Es hilft manchen sich wieder selbst zu spüren. Den inneren Schmerz mit Hilfe des äußeren zu überlagern. Es soll Erleichterung bringen. Andere möchten möglicherweise den ungeliebten Körper bewusst schädigen. Sich selbst oder andere durch Selbstverstümmelung bestrafen. In einem frühen Stadium vielleicht noch um einen Notruf  durch Aufmerksamkeit zu senden? Das sollte man aber bereits ernst nehmen und nach den Ursachen forschen. Selbst ein nicht ernst gemeinter Versuch kann versehentlich tödlich enden. Eine allgemein gültige Erklärung kann man nicht geben. Der Trigger / Auslöser wird individuell bei jedem anders und für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar sein. Ist vielleicht am ehesten mit einer Art Zwang zu vergleichen? Neben dem Ritzen gehören aber auch Kopf gegen die Wand schlagen, Haare oder Nägel ausreißen, Haut aufkratzen, verbrennen, verbrühen, vergiften, bis hin zum lebensgefährlichem schlucken von Scherben oder Rasierklingen in diese Kategorie. Weiterhin kann es zu exzessiver, selbstzerstörerischer Lebensweise bei hoher Risikobereitschaft kommen. Gefährdendes Verhalten im Straßenverkehr, riskante Hobbys, gefährliche und / oder ungeschützte Sexualpraktiken bei häufig wechselnden Partnern, ausufernde Suchterkrankungen.

 

Ursachen für SVV, aber auch andere schwerwiegende psychische Erkrankungen  können sein:

 

Persönlich: Negatives Selbstbild, Selbsthass, Bindungsängste bei gleichzeitigen Verlustängsten. Nicht loslassen können. Hohe Sensibilität mit übersteigertem Altruismus. Innere Anspannung mit Aggressionen gegen sich selbst, sobald man an seine Grenzen stößt. Trauer, Wut, Hass, das Gefühl nicht ernst genommen zu werden. Vermeintlicher Kontrollverlust, sich ausgeliefert fühlen, Hoffnungslosigkeit, Sozialphobien mit Panikattacken die eine erheblicher Beeinträchtigung des Alltags bedeuten. Das ist einem selber aber nicht bewusst weil es ein schleichender Prozess ist. Deutliches Vermeidungsverhalten sind die Folge davon. Depressionen, Burnout und weitere Erkrankungen können die negativen Effekte verstärken.

 

Von außen: Gewalterfahrungen, Missbrauch, emotionale Kälte, Demütigung, Unterdrückung, Verachtung, geringe Wertschätzung, Einschränkung der persönlichen Freiheit, zu hoher Erwartungsdruck, Überforderung, Abqualifizierung. Ausgrenzung aufgrund persönlicher Einschränkungen, Enttäuschungen, Kränkungen, Ausnutzung von Hilfsbereitschaft, Ablehnung, Ausweglosigkeit,

 

Meine Empfehlung, es bringt nichts.  Noch während das Blut fließt ärgert man sich bereits über die Narben, die später nur schwer zu verbergen sind. Die jeden Sommer, wenn die Haut braun wird, als deutliche weiße Striche zum Vorschein kommen. T-Shirt ist im Sommer wesentlich angenehmer als Shirts mit langen Ärmeln.  Die Gründe für selbstverletzendes Verhalten (SVV) plausibel zu erklären ist eigentlich nicht möglich. Obendrein hält das vermeintliche Gefühl der Entlastung nicht lange an.

 

Jeder hat individuelle Trigger (Auslöser) für selbstverletzendes Verhalten. Das hier ist  kein Fachvortrag. Wer das Gefühl hat sich selber verletzten zu müssen braucht dringend ärztliche / psychologische Hilfe. Es ist keine Schande wenn man einen Psychiater oder Psychologen aufsucht.

 

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