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Peggy

Ruhe in Frieden Peggy /  Gefunden /

Aufruf  / Peggys Mutter wurde verleumdet

Wie war das am 07.05.2001 /

 

Ruhe in Frieden Peggy  (02.07.2016)

 

Gegangen bereits vor 15 Jahren,

das haben wir erst jetzt erfahren,

in großer Sorge viel an Dich gedacht,

in manchen Nächten aufgewacht.

 

Du hast diese Welt viel zu früh verlassen,

Deine Zukunft, man hat Dich einfach nicht gelassen,

dort, wo Du jetzt bist, einen Stern hast aufgehen lassen,

die Erinnerung an Dich soll nie verblassen.

 

"Wer nicht an Engel glaubt, der ist dir nie begegnet"

(Widmung auf Peggys Gedenkstein)

 

In tiefer Verbundenheit von allen Menschen die Dich auf dieser Welt vermissen. Wir alle tragen eine Mitverantwortung das Dir so etwas Schreckliches passieren konnte. Es soll uns eine Mahnung sein in Zukunft besser aufzupassen.

 

Ruhe in Frieden Peggy.

 

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Gefunden

 

Am 02.07.2016 wurden Peggys sterbliche Überreste von einem Pilzsammler in einem Waldstück zwischen Rodacherbrunn (Thüringen) und Nordhalben (Bayern) entdeckt. Bei Grabungen waren weitere Knochen des Kindes und einige nicht näher bezeichnete Gegenstände entdeckt worden. Der Fundort liegt etwa 15 km von Lichtenberg entfernt. Dem Ort, an dem die damals 9 jährige am 07.05.2001 spurlos verschwand.

 

Eine traurige Nachricht, die zugleich der 15 Jahre andauernden Ungewissheit über den Verbleib von Peggy ein Ende setzt. Mein Mitgefühl gehört den Angehörigen und Freunden der Familie. Ruhe in Frieden Peggy.

 

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Aufruf

 

Personen, die sachdienliche Angaben zum Verschwinden und Tod von Peggy Knobloch machen können, sind erneut aufgerufen sich an Polizei oder Presse zu wenden. Auch anonym. Wer Angst hat auszusagen, weil er vielleicht selber strafbare Handlungen begangen hat, kann sich an einen Strafverteidiger wenden. Der unterliegt, ähnlich wie ein Arzt, einer Schweigepflicht. Kann Informationen, ohne Nennung seines Mandanten, weiter leiten. Für Hinweise, die zur Aufklärung führen, wurde eine Belohnung in Höhe von 30.000,- Euro ausgelobt.

 

Die damals 9 jährige Peggy Knobloch verschwand am 07.05.2001 in Lichtenberg (Bayern). Ihre sterblichen Überreste wurden am 02.07.2016 in einem Waldstück nahe Rodacherbrunn (Thüringen), 15 km von Lichtenberg entfernt, von einem Pilzsammler aufgefunden.

 

Da die Suche nach dem Kind nun abgeschlossen ist kann sich die gesamte Aufmerksamkeit auf den oder die Verantwortlichen und alle Mitwisser richten. Diese werden kaum mehr eine ruhige Minute haben da sie nicht wissen, was die Ermittler tatsächlich gefunden haben. Vielleicht verraten sie sich durch ungewöhnliche Nervosität oder auffälligem Verhalten seit Juli 2016 selber?

 

Die große Aufmerksamkeit und Anteilnahme, die Peggy im ganzen Land begegnet, wird den Druck auf Beteiligte um ein vielfaches erhöhen. Unter dieser enormen Last besteht die Hoffnung, dass sich der oder die Verantwortlichen stellen oder sich jemandem anvertrauen. Aber auch das Zeugen, die bislang geschwiegen haben, sich doch noch melden. Ihr Gewissen so entlasten.

  

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Peggys Mutter

 

Jeder ihrer Schritte wurde öffentlich verfolgt und bewertet. Egal was sie auch sagte, es wurde alles auf die Goldwaage gelegt. Ihr wurde immer wieder in aggressiver Art und Weise eine Tatbeteiligung unterstellt. Viele glaubten ganz genau zu wissen, wie sich eine verzweifelte Mutter zu verhalten hat. Jede Abweichung von diesen Vorstellungen gab neuen Gerüchten Nahrung. Es ist wirklich beschämend, was sie neben ihrem Verlust und dem normalen Alltag ausgehalten musste.

 

Ich glaube nicht das Peggys Mutter wusste, was mit ihrer Tochter passiert ist. Welches Motiv sollte sie gehabt haben? Als Peggy verschwand war sie nachweislich zur Arbeit. Eine aktive Beteiligung scheidet damit aus. Sie kann oder will vielleicht nicht alles öffentlich sagen was sie weiß. Dafür könnte es private Gründe geben die niemanden etwas angehen. Das muss aber nicht zwangsläufig mit Peggys Verschwinden im Zusammenhang stehen.

 

Widersprüche in ihren Aussagen, über einen so langen Zeitraum, erachte ich nicht als Lügen. Wer sich selber einmal genau beobachtet wird vielleicht feststellen, dass sich in den eigenen Erinnerungen Ereignisse plötzlich ganz anders, oft positiver darstellen als sie tatsächlich waren. Nicht selten von äußeren Umständen oder Wunschdenken beeinflusst. Wenn man etwas beobachtet oder erlebt weiß man in der Regel nicht, dass das später wichtig sein könnte. Das Gehirn versucht unbewusst mit Erfahrungswerten oder anhand von Wahrscheinlichkeiten Lücken zu schließen. Das trifft auf jegliche Art von Zeugenaussage zu, was in Studien belegt wurde.

 

Man erinnert sich manchmal an Dinge so, wie man sich erinnern möchte. Wenn man sich zum Beispiel von einer Person im Streit getrennt hat, die man nach einem Schicksalsschlag nicht wieder sieht, kann dieser Gedanke so unerträglich sein, dass er durch Wunschdenken beeinflusst wird. Umso mehr, wenn es das eigene Kind betrifft. Trauriges wird vielleicht zum Selbstschutz ausgeblendet? Das sind keine böswilligen Lügen die einem Vorteile verschaffen sollen. Das ist menschliches Verhalten.

 

Peggys Mutter wurde und wird genauso von den Medienberichten beeinflusst wie jeder von uns. 2004, als U.K. wegen Mordes an dem Kind angeklagt wurde, waren viele davon überzeugt, dass er es war. Ermittler und Justiz standen unter enormen öffentlichen Druck, sodass die erforderliche Sorgfalt auf der Strecke blieb. Als er dann verurteilt wurde durfte Susanne Knobloch im guten Glauben davon ausgehen, dass er es war. Das Gericht hatte das schließlich so festgestellt und es entsprach vielleicht auch ihrer damaligen Überzeugung.

 

Dass sie nach U.K Verurteilung einen Schlussstrich ziehen wollte bzw. musste um weiter leben zu können halte ich für absolut nachvollziehbar. Sie musste davon ausgehen das Peggy nicht mehr lebt. Deshalb der Gedenkstein in Heinersberg - Nordhalben, wo sie zu dem Zeitpunkt wohnte. Der vielleicht sogar wie ein Grabstein aussehen sollte? Ein Ort zum Trauern in der Form, wie ihn andere auch für ihre Lieben haben. Ein symbolisches Grab in welches man sie legen könnte, wenn sie irgendwann gefunden wird. Als Baustein zur Verarbeitung der Tragödie.

 

Warum hat sie ihre Tochter dann nicht für tot erklären lassen? Ich glaube dieser Schritt geht weit über das Anlegen einer Gedenkstätte hinaus. Kann man das wirklich tun solange man die Wahrheit nicht kennt? Selber eingestehen, dass es keine Hoffnung mehr gibt? Es würde bedeuten sein Kind aufzugeben. Was, wenn sie doch noch lebt und irgendwann erfahren würde, dass man sie abgeschrieben hat? Wer würde so eine Entscheidung leichtfertig treffen?

 

April 2014, plötzlich ist wieder alles ganz anders. U.K. wird in einem spektakulären Wiederaufnahmeverfahren frei gesprochen. Er konnte den Mord, in der Form wie es ihm vorgeworfen wurde, nicht begangen haben. Peggy vielleicht doch noch am Leben? Die Ermittlungsverfahren gegen die übrigen Verdächtigen wurden im Februar 2015 eingestellt. Alles war wieder im Ungewissen. Was sollte Peggys Mutter als direkt Betroffene denn jetzt noch glauben?

 

Seit dem 02.07.2016 gibt es ja nun traurige Gewissheit. Peggys sterbliche Überreste wurden zufällig von einem Pilzsammler in einem Waldgebiet zwischen Rodacherbrunn und Nordhalben, 15 km von Lichtenberg entfernt, aufgefunden. Damit werden hoffentlich neue Spuren gefunden die klären was wirklich passiert ist. Damit Peggys Mutter Susanne Knobloch und ihre Familie endlich zur Ruhe kommen. Aber auch damit alle zu Unrecht verdächtigten öffentlich rehabilitiert werden! (R.I.P. Peggy Knobloch)

 

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Wie war das am 07.05.2001

 

Im Internet gibt es unzählige Informationen zum „Fall“ Peggy. Peggy ist aber viel mehr als nur ein „Fall“. In erster Linie ist sie ein Mensch.  Ein Kind welches im Alter von 9 Jahren auf bisher ungeklärte Weise am 07.05.2001 in Lichtenberg (Bayern) verschwunden ist. Im Nachhinein wurden in viele  Kleinigkeiten große Verschwörungen hinein interpretieren. Das verdeckt aber vielleicht den Blick aufs Wesentliche. Also versuche ich hier einen Blick aus Alltagssicht. Die Informationen stammen aus Büchern und Medienberichten.

 

Der 07.05.2001 soll ein trüber, kalter, regnerischer Tag gewesen sein. Schmuddel Wetter, was keiner wirklich mag. Peggy, ein damals 9 Jähriges Mädchen aus Lichtenberg in Bayern, habe an diesem Montag nicht in die Schule gewollt.

 

Sie hatte sich gegen 7:30 Uhr auf den Weg zur Schule gemacht. Im Lebensmittelladen nebenan etwas für die große Pause gekauft. Käsestange, Capri Sonne, Lutscher. Sie hätte dann schon rennen müssen um pünktlich zur Schule zu kommen, soll der Lebensmittelhändler berichtete haben. Sie war zu Fuß mit ihrem pinkfarbenen Schulranzen, an dem eine graue Diddlmaus baumelte, unterwegs. Peggys Schulweg dürfte zwischen 15 und 20 Minuten Fußweg gewesen sein.

 

Schulbeginn war 7:50 Uhr, was Peggy auch geschafft haben soll. Nach der sechsten Stunde um 12:50 Uhr war Peggys Schultag zu ende. Mit einer Freundin hatte sie der Hausmeisterin noch beim sauber machen geholfen. Gegen 13:05 Uhr verließen die Beiden die Schule. 13:15 Uhr waren sie beim Haus der Freundin angekommen. Die Schwester der Freundin hatte sie am Gartentor gesehen. Eine vorbei fahrende Frau will Peggy aus ihrem Auto heraus erkannt haben.

 

Peggy wurde von weiteren Zeugen gesehen wie sie zwischen 13:15 Uhr und 13:25 Uhr die Nailaer Straße in Richtung Henri-Marteau-Platz unterwegs war. Gegen 13:25 Uhr soll sie noch einmal von einem Mädchen aus dem Schulbus heraus gesehen worden sein. Peggy sei an der Raiffeisenbank vorbei Richtung Marktplatz, der Straße in der sie im blauen Haus Nr.8 wohnte, gelaufen. Das war nach Ansicht der damaligen Ermittler die letzte als sicher geltende Sichtung Peggys.

 

Was geschah nach 13:25 Uhr? Zwei Jungen wollen gegen 14:45 Uhr gesehen haben wie Peggy aus der Bäckerei kommend, mit einem City-Roller, in ein rotes Mercedes Coupé mit tschechischen Kennzeichen, über den nach vorne geklappten Beifahrersitz nach hinten eingestiegen sein soll. Darin habe bereits ein den Zeugen unbekanntes  Mädchen gesessen. Zum Fahrer soll sie gesagt haben, „dass sie ihren Schulranzen beim Lager holen will„. Etwa 19:00 Uhr, als es nach Angaben des Jungen bereits anfing dunkel zu werden, wurde Peggy angeblich mit diesem Fahrzeug zurück gebracht.

 

Es wäre möglich, dass sie am Nachmittag mit dem fremden Mädchen im Ort unterwegs gewesen ist? Ein Schülerlotse, der Peggy kannte, sah sie am Nachmittag gegen 15:30 Uhr vom Rathaus kommend in Richtung ihres Elternhauses gehen. Sie könnte bei der Gelegenheit ihren silbernen City-Roller im Hausflur am Marktplatz 8 abgestellt haben, falls sie ihn überhaupt dabei hatte? Das ist bislang unklar. Der wurde, nach Peggys Verschwinden, im Hausflur aufgefunden. Sie ging möglicher Weise in Begleitung des anderen Mädchens zur Bäckerei, wo sie mehrfach gesehen worden sein soll.

 

3 Kinder-Zeugen wollen sie zwischen 15:30 und 16:00 Uhr in der Bäckerei gesehen haben. Ein weiterer Junge will sie in Richtung Freizeitzentrum laufen gesehen haben. Diese Aussagen hatten eine wichtige Gemeinsamkeit. Jedes Mal war die Rede von einem unbekannten Mädchen, welches Peggy begleitet haben soll. Ein anderer Junge will zwischen 16:00 Uhr und 17:00 Uhr mit Peggy am Feuerwehrhaus gespielt haben, was sein Bruder bestätigte.

 

Zwei Zeugen wollen sie noch gegen 18:45 Uhr mit einem blau silbernen City-Roller im „Carlsgrüner Weg“ Richtung „Zeitelwaidt“ gesehen haben. Ihr eigener Roller soll komplett silbern gewesen sein? Die Beschreibung der Kleidung wich etwas ab. Es stellt sich die Frage nach einem wichtigen Detail. War Peggy, sollte sie es tatsächlich gewesen sein, am frühen Abend mit ihrem eigenen Roller unterwegs? Falls ja wie kam der dann, nach ihrem Verschwinden, zurück zum Marktplatz 8? Oder benutzte sie einen anderen Roller, der dem unbekannten Mädchen aus dem roten Mercedes gehörte? Möglich wäre auch das die Zeugen nicht Peggy, sondern das fremde bzw. ein anderes Mädchen gesehen haben?

 

Die Vielzahl der Aussagen lässt zwar die Vermutung zu, dass Peggy am Nachmittag des 07.05.2001 noch in Lichtenberg unterwegs gewesen war, wirklich beweisen ließ sich das aber nicht. Ein weiteres wichtiges Detail, Peggys Schulranzen. Der ist mit ihr verschwunden. Also doch eine Entführung auf dem Schulweg, kurz bevor sie zuhause war? Dann kann sie aber unmöglich am Nachmittag noch gesehen worden sein.

 

Oder wollte sie woanders ihre Schulaufgaben erledigen? Sollte sie den Ranzen deshalb mitgenommen haben hatte sie vermutlich nicht vor wegzulaufen. Es war in einigen Artikeln davon die Rede, dass Peggy sich in Gaststätten aufhielt um ihre Schulaufgaben zu machen. Wäre dann  nachvollziehbar das sie ihn mitnimmt. Hatte sie irgendwo ein „Lager“ wo sie den Schulranzen tagsüber versteckte? Vielleicht ist er ja dann heute noch dort? Gefunden wurde er bislang nicht.

 

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